Niedrige Polysilizium-Preise drücken Ergebnisse von Wacker Chemie

1. August 2019 - 3 minutes read

Der Münchner Konzern hofft für das zweite Halbjahr auf ein Anziehen des Photovoltaik-Marktes – vor allem getrieben durch die Nachfrage in China. Zugleich erwartet Wacker Chemie dann steigende Preise für Polysilizium.Das zweite Quartal 2019 war für die Wacker Chemie AG eher durchwachsen. Ein solides Chemiegeschäft konnte das schwierige Photovoltaik-Marktumfeld nicht kompensieren. So lag der Umsatz zwischen April und Juni 2019 um fünf Prozent unter dem Vorjahresquartal. Die 1,27 Milliarden Euro sind allerdings drei Prozent mehr als im ersten Quartal umgesetzt wurde, wie der Münchner Konzern am Donnerstag veröffentlichte. Der Einbruch bei den Ergebnissen war noch signifikanter. Unter anderem wegen deutlich niedrigerer Polysilizium-Preise sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 19 Prozent auf 210,7 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 70,7 Millionen Euro sogar mehr als 40 Prozent unter dem Ergebnis des zweiten Quartals 2018, wie aus der Veröffentlichung hervorgeht. Gegenüber dem ersten Quartal seien beide Ergebnisse aber deutlich gestiegen.
Im EBITDA enthalten ist auch eine Anzahlung von 19 Millionen Euro aus Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem nicht-genannten Photovoltaik-Kunden, die Wacker Chemie einbehalten habe. Dies habe auch ein positives EBITDA des Geschäftsbereich Wacker Polysilicon im zweiten Quartal ermöglich. Es lag Wacker Chemie zufolge bei 5,7 Millionen Euro nach 39 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Auch der Umsatz der Sparte blieb mit knapp 170 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des zweiten Quartals 2018 und auch hinter dem des Vorquartals zurück. „Im Geschäft mit Solarsilizium sind die Marktbedingungen weiterhin schwierig. Insbesondere das bislang extrem niedrige Preisniveau stellt nicht nur Wacker Polysilicon, sondern ebenso unsere Wettbewerber vor große Herausforderungen“, erklärte Vorstandschef Rudolf Staudigl. Zum positiven Ergebnis hätten auch die operativen Verbesserungen und Kostensenkungen in der Produktion beigetragen. Für das zweite Halbjahr gehe das Unternehmen auch von steigenden Preisen infolge einer stärkeren Photovoltaik-Nachfrage aus.
„Insgesamt bleiben wir weiter zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für 2019 erreichen können“, so Staudigl. Der Vorstand halte daher an der zuvor veröffentlichten Prognose fest. Wacker Chemie erwarte weiterhin eine Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich für das laufende Geschäftsjahr. Das EBITDA, das 2018 bei 930 Millionen Euro lag, soll um 10 bis 20 Prozent gesteigert werden, wobei wohl eher die untere Grenze erreicht werde, da die weltweite Konjunktur derzeit nachlasse und die Belebung des chinesischen Photovoltaik-Marktes noch ausstehe.
Quelle: PV-Magazin
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