Meyer Burger will alle strategischen Optionen prüfen

22. Juli 2019 - 4 minutes read

Die Margen sind für den Photovoltaik-Anlagenbauer im ersten Halbjahr weiter unter Druck geraten, insbesondere bei PERC. Der CEO nennt die vorläufigen Halbjahresergebnisse enttäuschend. Zugleich vermeldete Meyer Burger einen Großauftrag für Heterojunction-Schlüsselequipment aus Nordamerika mit einem Volumen von 100 Millionen Schweizer Franken.Die Geschäfte der Meyer Burger Technology AG laufen weiter zäh. Bei der Vorlage der vorläufigen ungeprüften Ergebnisse für das erste Halbjahr erklärte der Schweizer Photovoltaik-Zulieferer, dass die Margen aufgrund des Preisverfalls im Standard-Photovoltaik-Geschäft, insbesondere bei PERC-Equipement, weiter unter Druck geraten seien. Dazu komme, dass es für Heterojunction und die Smart Wire-Zellverbindungstechnologie von Meyer Burger zwar fortgeschrittene Gespräche mit potenziellen Kunden gebe, sich die Auftragsabschlüsse jedoch verzögerten.
Daher seien die Geschäfte im ersten Halbjahr auch deutlich unter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, weshalb die Strategie und das Geschäftsmodell nun auf den Prüfstand des neu zusammengesetzten Verwaltungsrats soll. „Die Geschäftsentwicklung im ersten Semester 2019 unterstreicht die Notwendigkeit, unser Geschäftsmodell und unsere Strategie zu hinterfragen. Für die Zukunft werden wir alle strategischen Optionen prüfen“, kündigte Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf an. „Dazu gehören Gespräche mit industriellen Partnern, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die nachhaltigen Mehrwert für unser Unternehmen und unsere Aktionäre schaffen.“ Wann die Ergebnisse der Überprüfung veröffentlicht werden, ließ Meyer Burger zunächst offen.
Der bereinigte Auftragseingang sei im ersten Halbjahr mit 94 Millionen Schweizer Franken etwa auf Vorjahresniveau verharrt. Der Nettoumsatz ging dagegen um mehr als 100 Millionen Schweizer Franken auf 122 Millionen Schweizer Franken zurück, wie Meyer Burger am Montag veröffentlicht – selbst ohne Einberechnung des mittlerweile verkauften Wafering Equipments bliebt ein Rückgang von gut 200 auf 119 Millionen Schweizer Franken in den Büchern. Zudem verschlechterte sich das EBITDA trotz substanzieller Kostenreduktionen binnen Jahresfrist von +29,2 auf -14 Millionen Schweizer Franken, wie es weiter hieß. Durch den Verkauf des Wafering Geschäft erwartet Meyer Burger immerhin ein ausgeglichenes Nettoergebnis. Im ersten Halbjahr erzielte das Schweizer Unternehmen noch einen Nettogewinn von 8.3 Millionen Schweizer Franken. Die geprüften Geschäftsergebnisse für die ersten sechs Monate will Meyer Burger am 15. August veröffentlichen.
„Ich bin enttäuscht von den Resultaten des ersten Halbjahres 2019“, erklärte CEO Hans Brändle. Zugleich betonte er, dass mit dem Auftrag von REC für die Heterojunction und Smart Wire-Zellverbindungstechnologie von Meyer Burger „der entscheidende Durchbruch gelungen“ sei. Diese Technologie biete bezüglich der Energieausbeute und Moduleffizienz deutliche Vorteile gegenüber der PERC-Konkurrenz. Zudem könnten die Heterojunction-Module mit Meyer Burger-Equipment „zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden“, so Brändle weiter. Die erste Fertigungslinie werde in Kürze die Serienproduktion aufnehmen. „Dieser Erfolg verschafft uns neue strategische Möglichkeiten“, so Brändle.
Dazu passt auch eine zweite Meldung von Meyer Burger vom Montag. So sei ein „bedeutender Rahmenvertrages mit einem Start-up-Unternehmen für die Solarzellenproduktion für ihr Heterojunction-Schlüsselequipment“ unterzeichnet worden. bekannt. Den Namen des Photovoltaik-Herstellers nannte Meyer Burger nicht, wohl aber, dass er von Unternehmern mit langjähriger Solarindustrie-Erfahrung gegründet worden sei. Die Lieferung stünden noch unter dem Vorbehalt eines Abschlusses der Finanzierungsrunde des Start-ups. Das Auftragsvolumen bezifferte Meyer Burger mit rund 100 Millionen Schweizer Franken, wobei die vertraglich festgehaltene Anzahlung für das vierte Quartal vorgesehen sei.
Quelle: PV-Magazin
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