Maxsolar realisiert große Dachanlage mit Zuschlag aus PV-Ausschreibung

4. Juli 2019 - 4 minutes read

Die Leistung der Photovoltaik-Anlage, die auf dem Dach einer Logistikhalle in Hessen installiert ist, beträgt 6,4 Megawatt. Sie wird am Freitag feierlich im hessischen Dieburg eingeweiht. Wir sprachen im Vorfeld mit Maxsolar-Geschäftsführer Christoph Strasser über das Projekt.Bisher kamen große Photovoltaik-Dachanlagen bei den Ausschreibungen kaum zum Zug, da sie mit Freiflächenanlagen ab 750 Kilowatt konkurrieren müssen. Die wohl erste Dachanlage, die über einen Zuschlag realisiert wurde, wird am Freitag in Dieburg eingeweiht. Sie ist von dem bayerischen Unternehmen Maxsolar realisiert worden. Wir haben uns im Vorfeld den Geschäftsführer Christoph Strasser zum Projekt befragt. Es handelt sich um eine 6,4 Megawatt große Dachanlage auf der Logistikhalle des „Fiege Megacenters“, die bereits seit Anfang des zweiten Quartals in Betrieb ist. Daneben wurde noch eine Dachanlage mit 750 Kilowatt Leistung separat projektiert, die nach dem EEG vergütet und deren Strom zur Eigenversorgung genutzt wird.
pv magazine: Welche Besonderheiten bei diesem Projekt haben dies möglich gemacht?
Christoph Strasser (Foto): Es war ein gelungenes Zusammenspiel aller Beteiligten – also vom EPC-Unternehmen, dem Asset Management, dem Mieter und auch dem Eigentümer. Die Schwierigkeit lag in der enormen Größe der Dachflächen und den unterschiedlichsten Anforderungen seitens Verteilnetzbetreiber für den Netzanschluss. Dies mach sowohl die kaufmännische und rechtliche Struktur eines solchen Projektes als auch die reibungslose Umsetzung vor Ort schwierig. Zumal wir den Tagesbetrieb des Logistikers nicht gefährden durften.
Planen Sie, sich mit weiteren Dachprojekten an den Ausschreibungen zu beteiligen oder haben sich vielleicht in den zurückliegenden Runden schon einen Zuschlag gesichert?
Aktuell planen wir, regelmäßig an den Ausschreibungen mit großen Dachprojekten teilzunehmen. Festzuhalten bleibt aber, dass die Errichtungskosten für die Projekte im Fokus liegen. Dennoch sehe ich ab einer Größe von 50.000 Quadratmetern Dachfläche durchaus die Wettbewerbsfähigkeit zu den Freiflächenanlagen gegeben.
Sind durch die Sonderausschreibungen die Chancen für Dachanlagen gestiegen und was sehen Sie derzeit noch als Haupthindernis, dass es nicht mehr solche Projekte gibt?
Die Sonderausschreibungen bringen aktuell für die Freiflächen bessere Möglichkeiten. Sie erhöhen das Volumen und mit den Zuschlagshöhen können Multi-Megawatt-Dächer durchaus realisiert werden. Hier sollte unbedingt mehr Projektentwicklung betrieben werden, da diese großen Flächen ja sowieso versiegelt sind und ein Doppelnutzen erzielt werden kann. Schwierig wird es meist mit Brandschutz-, Blitzschutz- und Statikanforderungen. Viele Projekte werden zudem als Eigenverbrauchsanlagen umgesetzt und sind damit von den Ausschreibungen sowieso ausgeschlossen.
Was sollte die Bundesregierung tun?
Ich denke, dass die Sonderausschreibungen nochmals wesentlich erhöht werden müssen, um überhaupt den notwendigen Ausbau für den Klimaschutz zu ermöglichen. Eine zusätzliche jährliche Zwei-Gigawatt-Ausschreibung für Dachflächen wäre doch mal ein Anfang, zumal diese Projekte, ebenso wie die Freiflächen den Strompreis eigentlich nicht mehr belasten. Wir benötigen wesentlich mehr Ausbau und ich hoffe, dies ist auch in den Köpfen der Bundesregierung angekommen.
Quelle: PV-Magazin
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