Akasol baut neue Batteriefabrik in USA

27. Juni 2019 - 4 minutes read

Das deutsche Unternehmen wird in dem neuen Werk bei Detroit voraussichtlich 200 Mitarbeiter beschäftigen. Dort sollen jährlich 400 Megawattstunden Batterien produzieren werden, die für Elektro-Lkw und Busse bestimmt sind.von pv magazine USA
Im Großen und Ganzen sind die USA im globalen Boom der Batterieherstellung abgehängt. Die neue Fabrik, die der deutsche Batteriehersteller Akasol am Mittwoch für einen Standort in der Nähe von Detroit angekündigt hat, wird allerdings etwas Kapazitäten und 200 Arbeitsplätze in den US-Bundesstaat Michigan bringen. Akasol plant, die Produktion am neuen Standort 2020 aufzunehmen und 2021 im Dreischichtbetrieb 400 Megawattstunden Jahresproduktion zu erreichen. Dabei wird in den nächsten fünf Jahren in den „mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ investiert. Zudem erhält der Batteriehersteller nach eigenen Angaben für die Fabrik von einem Zuschuss aus dem Bundesstaat Michigan profitieren wird.
In der Fabrik wird zunächst das auf Lithium-Ionen-Technologien basierende „AKASystem OEM PRC“-Batteriesystem für Nutzfahrzeuge produziert, das Akasol zufolge das erste System ist, das mit den Standard Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugmodulen aller großen Hersteller kompatibel ist. Das System ist in den Versionen mit 25 und 33 Kilowattstunden erhältlich. Akasol erklärte weiter, dass es sich auf „Batteriesysteme mit hoher Energiedichte“ konzentrieren will. Das Unternehmen schätzte, dass ein Drittel seiner Produktion an bestehende Kunden gehen wird, zu denen „ein bekannter schwedischer Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen“ gehört. Zudem suche Akasol weitere Kunden in Nordamerika.
„[Die neue Fabrik] ist auch ein zentraler Bestandteil unserer internationalen Expansionsstrategie“, erklärte Akasol-CEO Sven Schulz. „Mit unserer einzigartigen Batteriekompetenz vom Modul bis zur Systemebene und der Tatsache, dass wir bereits für marktführende Unternehmen in Serie produzieren, sind wir auf dem besten Weg, europäischer Marktführer bei Nutzfahrzeugbatteriesystemen zu werden. Unser neuer Standort in Michigan wird die Geschäftsentwicklung und die Aktivitäten mit neuen und bestehenden nordamerikanischen Kunden beschleunigen.“
Chemikalienversorgung
Beamte aus dem Bundesstaat werden von Akasol mit Aussagen zu Michigans „moderner Fertigungsindustrie“ und ihrer „robusten Lieferkette“ zitiert. Allerdings macht Akasol in der Mitteilung keine Angaben, woher seine Komponenten kommen werden. China dominiert nicht nur zunehmend die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, sondern auch die Lieferung der für die Herstellung dieser Batterien erforderlichen Chemikalien.
Nach Schätzungen von Benchmark Mineral Intelligence stammten aus China 51 Prozent der Lithium-Chemikalienversorgung, 62 Prozent der Kobalt-Chemikalienversorgung und 100 Prozent der Kugelgraphitversorgung für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2018, obwohl es nur einen Minderheitsanteil an der Lithium- und Kobaltproduktion ausmacht. Im Gegensatz dazu machten die USA 7 Prozent der weltweiten Lithium-Chemikalienversorgung aus und produzieren keine nennenswerten Mengen dieser anderen Materialien.
Mit mehr Lithium-Ionen-Batterien ist es möglich, dass die chemische Versorgung und andere Teile der Lieferkette neue Anreize für eine Ansiedlung in die USA erhalten. Die 400 Megawattstunden Produktion, die die Akasol-Fabrik haben wird, sind jedoch ein Bruchteil der Kapazität, gemessen an den mehr als 200 Gigawattstunden der globalen Batterieproduktion. Die meisten davon befinden sich in China.
Quelle: PV-Magazin
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