Volkswagen will eine Milliarde Euro in eine eigene Batteriezellfertigung stecken

15. Mai 2019 - 3 minutes read

Als möglichen Standort für die Batteriezellproduktion hat der deutsche Autobauer das niedersächsische Salzgitter im Blick. Der Konzern nennt jedoch auch Bedingungen und formuliert Wünsche an die Politik.Bereits im Februar hatte Volkswagen angekündigt, künftig am Standort Salzgitter ausgediente Fahrzeugbatterien recyceln und eine Pilotanlage zur Batteriezellenfertigung bauen zu wollen. Der Batterie-Strategie des Automobilkonzerns zufolge könnte Niedersachsens Rolle noch ein wenig größer ausfallen: Knapp eine Milliarde Euro Investitionsvolumen bewilligte der Aufsichtsrat, um den Aufbau einer Batteriezellfertigung mit einer Partnerschaft in Europa zu forcieren. Als Standort ist demnach Salzgitter in Niedersachsen geplant, was der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als Durchbruch bezeichnete: „Für das Autoland Nr.1 ist die Produktion von Batteriezellen zwingend notwendig. Für den Standort Salzgitter sind das positive Signale.“
Volkswagen plant zwar, seine Batteriezellfertigung in Niedersachsen anzusiedeln – allerdings „sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür gegeben sind“, wie der Konzern in seiner Batterie-Strategie schreibt: „Dazu zählen insbesondere die Befreiung von der EEG-Umlage und gleichzeitig die Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Voraussichtlich bis Jahresende soll über die Pläne und die Konkretisierung der Investitionen final entschieden werden.“ Weiter heißt es dort: „Entscheidende Kriterien bei der Standortwahl sind wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen und – wegen des hohen Strombedarfs bei der Zellfertigung – attraktive Energiepreise. Und nicht zuletzt: das Tempo bei den Genehmigungsverfahren, da der Aufbau einer Zellfabrik mindestens drei Jahre dauert.“ Als weitere Faktoren, um die Attraktivität potenzieller deutscher Standorte zu erhöhen, nennt der Konzern „Unterstützung bei der Gewährung von Investitionshilfen und bei Infrastrukturmaßnahmen, außerdem Maßnahmen wie die Gewährung von Sonderabschreibungen oder Steuervorteilen, und nicht zuletzt eine staatliche Förderung von Ausbildung bzw. Umschulung in der betreffenden Region.“
Im ersten Schritt seiner Batterie-Strategie plant Volkswagen strategische Partnerschaften mit den etablierten Zelllieferanten, darunter SKI, LG Chem und CATL. Ergänzend will Volkswagen bei der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien Know-how aufbauen. Im Center of Excellence in Salzgitter soll im zweiten Halbjahr 2019 eine Pilotfertigung anlaufen. Als nächsten Schritt will Volkswagen gemeinsam mit Partnern Giga-Fabriken aufbauen, dabei seien auch möglich Standorte in Deutschland im Fokus. Danach sei der Aufbau einer Zellfertigung für Lithium-Ionen-Batterien und einer Zellfertigung für Feststoffbatterien geplant, beides in Europa.
Volkswagen geht davon aus, dass der Batterie-Bedarf des Konzerns allein in Europa und in Asien auf mehr als 300 Gigawattstunden jährlich steigen wird. „Die heutigen Zellkapazitäten decken nicht ab, was der Markt in Zukunft brauchen wird. Batteriefabriken für Automobilhersteller befinden sich aktuell hauptsächlich auf dem Papier, im Rohbau, oder im Hochlauf“, schreibt das Unternehmen in seiner Batterie-Strategie. Sobald allein die E-Offensive des Konzerns Fahrt aufgenommen habe, werde auch die regionale Fertigung von Batterien aus Wettbewerbssicht sinnvoll. Daher sei die Konzern-Batteriestrategie ein wesentlicher Bestandteil der Konzern-Elektrifizierungsstrategie.
Quelle: PV-Magazin
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