Neuer BDEW-Dreiklang: Mehr Erneuerbare, mehr Elektromobilität, mehr Power-to-Gas

7. Mai 2019 - 4 minutes read

Der Verband fordert massive Investitionen in Erneuerbare und Speichertechnologien. Zudem sieht der BDEW in der Mobilität ein vielversprechendes Geschäftsfeld für die Zukunft seiner Mitglieder.Neue Töne sind vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zu hören. Auf Basis der energie- und klimapolitischen Beschlüsse gibt es das Motto aus: „2050 – Wir wachsen mit Energie“. Untrennbar damit verbunden sei der Dreiklang; „Mehr Erneuerbare, mehr Elektromobilität, mehr Power-to-Gas“. „Die Energiewirtschaft nutzt auf diesen Feldern die laufenden Transformationsprozesse und wächst buchstäblich über sich hinaus“, so die am Dienstag vom BDEW veröffentlichte Botschaft. Nach Jahren heftiger politischer Debatten und massiver Umbrüche stehe die Energiebranche vor einem neuen Wachstumsschub.
„Um die Energiewelt von morgen aufzubauen, muss massiv in die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und in neue Speichertechnologien investiert werden. Die Branche hat zudem die große Chance, sich mit der Mobilität ein ganz neues Geschäftsfeld zu erschließen“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. In der Energiebranche gebe es wieder eine Aufbruchstimmung und Optimismus. „Die Unternehmen entwickeln neue Geschäftsmodelle, setzen verstärkt auf Kooperationen sowohl mit Nachbarbranchen als auch mit anderen Energieunternehmen“, so Kapferer weiter.
Der BDEW formuliert auch die Perspektiven für die einzelnen Bereiche seines Dreiklangs. So seien bis Ende 2018 in Deutschland Erneuerbaren-Anlagen mit rund 120 Gigawatt Gesamtleistung installiert worden.  Nach vorläufigen Verbandsschätzung wird es nötig sein, bis 2030 nochmals 100 Gigawatt Photovoltaik, Windkraft und Co. zuzubauen, um das 65 Prozent-Ziel im Stromsektor zu erreichen. Angesichts des Atomausstiegs bis 2022 und des Kohleausstieg bis 2038 würden innerhalb der nächsten 20 Jahr Kraftwerke mit 50 Gigawatt Leistung vom Markt genommen. Diese müssten durch Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Speicher sowie Gaskraftwerke ersetzt werden.
Bei der Elektromobilität würden derzeit mehr als 75 Prozent der öffentlich zugänglichen Ladesäulen von der Energiewirtschaft betrieben. Mit einer steigenden Zulassungszahl von Elektrofahrzeugen müsste dieses öffentliche und private Netz weiter ausgebaut werden. Zudem werde sich mit einer wachsenden Zahl an Elektroautos auch die Nachfrage nach verbraucherorientierten Komplettlösungen erhöhen – also Strombezug, Fahrzeuge und Ladesäulenmanagement aus einer Hand. Wenn in Deutschland bis 2030 rund neun Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs wären würde dies jährlich etwa 24 Terawattstunden Strom erfordern, so der BDEW.
In Power-to-Gas sieht der Verband Potenzial für künftiges Wachstum der Energiewirtschaft. Die Nachfrage nach Technologien, die sauberen Strom rund um die Uhr ermöglichten, werde steigen. Dabei könne Power-to-Gas auch zur Stabilisierung der Netze beitragen. Erste Pilotprojekte gibt es in diesem Bereich bereits – deutschlandweit sind es rund 30 Anlagen mit rund 25 Megawatt Leistung. Allerdings wurden jüngst weitere Anlagen mit einer Elektrolyse-Leistung jenseits der 100 Megawatt zumindest angekündigt. Die Potenziale werden in verschiedenen Studien unterschiedlich bewertet. So nimmt der Netzausbauplan 2030 Power-to-Gas-Kapazitäten von zwei bis drei Gigawatt an. In der Dena-Leitstudie werden zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Gigawatt erwartet.
Eine neue Branchenumfrage des BDEW und von Ernst & Young zeige, dass rund 75 Prozent der Unternehmen für dieses Jahr gute oder sehr gute Geschäfte erwarteten. Elf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Begründet werde der Optimismus mit zusätzlichen Einnahmen aus neuen Angeboten.  Alle Zahlen zur Stimmung der Branche will der BDEW mit seiner „Stadtwerke-Studie 2019“ Anfang Juni veröffentlichen.
Quelle: PV-Magazin
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