IEA: Weltweiter Erneuerbaren-Zubau 2018 erstmals seit 2001 nicht auf Wachstumskurs

6. Mai 2019 - 3 minutes read

Nach fast zwei Jahrzehnten des unaufhörlichen Wachstums von Jahr zu Jahr sind 2018 erstmals weniger Erneuerbare zugebaut worden als im Jahr davor. Nach Ansicht der IEA ist die unerwartete Abflachung Anlass zur Sorge, ob die langfristigen Ziele erreicht werden können.Erstmals seit 2001 gab es 2018 kein Zuwachs bei der neu installierten Erneuerbaren-Leistung im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr seien Photovoltaik-, Windkraft, Biomasse- und andere Erneuerbaren-Anlagen mit rund 180 Gigawatt zugebaut worden, veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) am Montag.
Dieser Wert liege etwa auf dem Niveau des Jahres davor und entspreche nur rund 60 Prozent des Netto-Zubaus, der für das Erreichen der langfristigen Klimaziele notwendig sei. Nach Schätzungen der IEA müssten dafür jährlich mehr als 300 Gigawatt Erneuerbaren-Leistung neu installiert werden – dieser Wert ist der Durchschnittswert für die Jahre 2018 bis 2030 im SDS-Szenario der IEA für die Einhaltung der Pariser Klimaziele. Die energiebedingten CO2-Emissionen seien im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent angestiegen. Der IEA zufolge erreichten sie ein historisches Hoch von 33 Gigatonnen.
„Die Welt kann es sich nicht leisten, auf ‚Pause‘ beim Zubau der Erneuerbaren zu drücken, und die Regierungen müssen schnell handeln, um die Situation zu korrigieren und einen schnellen Fluss an neuen Projekten zu entfesseln“, fordert IEA-Direktor Fatih Birol. Die Erneuerbaren seien dank der starken Kostenreduktion nicht mehr so stark von finanziellen Anreizen abhängig. Sie brauchten vor allem langfristig stabile Rahmenbedingungen, so Birol weiter.
Die IEA verweist darauf, dass bereits seit 2015 die Photovoltaik mit einem exponentiellen Wachstum den langsameren Anstieg bei Wind- und Wasserkraft weltweit kompensiert habe. Doch 2018 habe sich der Zubau bei der Photovoltaik abgeflacht und mit 97 Gigawatt sei sie unter den Erwartungen geblieben. Experten waren erstmals von einem Überschreiten der 100 Gigawatt neu installierten Photovoltaik-Leistung auf Jahresbasis ausgegangen. Doch der chinesische Politikwechsel Ende Mai 2018 habe diese Pläne durchkreuzt. Hinzu komme, dass der Windkraftausbau in Europa und Indien weniger stark als erwartet ausfiel, wie es weiter hieß.
Trotz des Ausbremsens der Photovoltaik kam China im vergangenen Jahr auf einen Zubau von 44 Gigawatt, verglichen mit 53 Gigawatt 2017. Bei den Erneuerbaren insgesamt vereinte China 45 Prozent des Zubaus auf sich. Der zweitgrößte Markt für Erneuerbare war nach IEA-Angaben die Europäische Union – hier war der Gesamtzubau leicht rückläufig, wobei die neu installierte Photovoltaik-Leistung anstieg. Die USA waren demnach der drittgrößte Markt mit insgesamt leichten Zuwächsen.
„Diese Daten für 2018 sind zutiefst beunruhigend, aber intelligente und entschlossene Maßnahmen können dazu beitragen, dass es für die erneuerbaren Energien wieder aufwärts geht“, so Birol weiter. Er kündigte an, dass die IEA alle Mitglieder und andere Länder bei der Energiewende mit gezielter Politikberatung unterstützen wolle. So sollten gezielt Investitionen in Erneuerbare, Energieeffizienz, Speicherung und andere saubere Technologien anreizen.
Quelle: PV-Magazin
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