Strompreise unterscheiden sich regional um bis zu mehrere Hundert Euro im Jahr

16. April 2019 - 3 minutes read

Das Vermittlungsportal „Stromauskunft“ hat die Strompreise in 6400 deutschen Städten ausgewertet. In Thüringen ist Strom tendenziell am teuersten, in Bremen am günstigsten. Zahlen des BDEW zeigen allerdings, dass unter Berücksichtigung der Inflationsrate die Preise auf dem gleichen Niveau wie 2013 liegen.Nirgendwo in Deutschland ist der Strom so günstig wie im westfälischen Lippstadt: Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr zahlt für die Energie 444 Euro weniger als ein vergleichbarer Haushalt in Hersbruck bei Nürnberg, wo der Strom so teuer ist wie nirgendwo sonst in der Bundesrepublik. Das ergibt die Auswertung der Strompreise in 6400 Städten durch das Vermittlungsportal „Stromauskunft“. Die Analyse zeigt, dass die Stromkosten für Verbraucher je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein können: Haushalte in Düsseldorf zum Beispiel zahlen im Durchschnitt rund 200 Euro weniger als Haushalte in Berlin. Unter den 20 größten Städten des Landes sind die Preise in Hamburg und Stuttgart am höchsten, in Düsseldorf und München am niedrigsten. Betrachtet man die Strompreise nach Bundesland, so zahlen Kunden in Thüringen und Schleswig- Holstein am meisten, in Bremen und Niedersachsen am wenigsten.
Regionale Unterschiede beim Strompreis Grafik: StromAuskunft

Im Durchschnitt belief sich die Stromrechnung eines Musterhaushalts mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden in der Grundversorgung auf 1127 Euro pro Jahr – und auf 959 Euro beim günstigsten Alternativanbieter. In der Grundversorgung zahlen Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt 32,2 Cent pro Kilowattstunde. Beim günstigsten Alternativanbieter kostet die Kilowattstunde 27,5 Cent. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben etwa zwei Drittel der 826 Grundversorger in Deutschland dem Vermittlungsportal zufolge die Strompreise erhöht – um durchschnittlich rund fünf Prozent.
BDEW: Strompreise stagnieren seit 2013
Auch Konkurrenten wie „Verivox“ oder „Check24“ haben in den vergangenen Monaten auf steigende Strompreise hingewiesen. Betrachtet man allerdings die längerfristige Entwicklung, so ist eine Stagnation zu beobachten: Unter Berücksichtigung der Inflationsrate liegen die Preise auf dem gleichen Niveau wie 2013, wie Zahlen des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen. Das Narrativ von den stetig steigenden Preisen mag den Vermittlungsportalen nutzen, die von der Wechselbereitschaft der Stromkunden leben. Die Realität sieht jedoch anders aus.
Quelle: PV-Magazin
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