Pfalzsolar und Vattenfall bauen Photovoltaik-Geschäft in den Niederlanden aus

14. März 2019 - 4 minutes read

Das Ludwigshafener EPC-Unternehmen beginnt kommende Woche mit dem Bau eines 34-Megawatt-Solarparks. Derweil hat der schwedische Energiekonzern sein 5,7-Megawatt-Projekt schon am Netz. Das besondere hierbei: Die Photovoltaik-Anlage ist über Crowdfunding finanziert und befindet sich am Standort eines Gaskraftwerks.Im vergangenen Jahr hatte der Photovoltaik-Zubau in den Niederlanden erstmals die Ein-Gigawatt-Marke übersprungen. Die große Nachfrage hält auch in diesem Jahr an, wie die neuesten Projektberichte zeigen. So will Pfalzsolar in der kommenden Woche mit dem Bau eines Photovoltaik-Kraftwerks mit 34 Megawatt in der Provinz Flevoland beginnen. Der Projektierer hatte dafür im Zuge einer Ausschreibung gegen internationale Mitbewerber durchgesetzt und den Zuschlag von der HVC-Gruppe erhalten, wie das Unternehmen am Donnerstag erklärte. Pfalzsolar rechnet mit einer Bauzeit von vier Monaten für das Projekt.
Die Realisierung ihres bislang größten Solarparks in den Niederlanden konnte fast zeitgleich Vattenfall vermelden. Dieser sei doppelt smart: So ist die 5,7 Megawatt-Photovoltaik-Anlage in Eemshaven mit Crowdfunding-Mitteln finanziert worden und befindet sich direkt am Standort des Gaskraftwerks Magnum. Die Crowdinvestoren seien Kunden, Anwohner und andere Interessenten, erklärte der Energiekonzern. Es sei bereits der zweite Solarpark, den Vattenfall auf diese Art finanziert. Zwei weitere Photovoltaik-Anlagen, die mit Crowdfunding finanziert werden und insgesamt eine Leistung von 9,2 Megawatt haben sollen, würden im Laufe des Jahres noch folgen.
Die Nutzung der Fläche des Gaskraftwerks für die Photovoltaik-Anlage hat verschiedene Vorzüge. „Einen Solarpark in eine bestehende Infrastruktur zu integrieren, bedeutet eine effektive Nutzung von Ressourcen“, erklärt Margit Deimel, Head of Large-scale Solar & Batteries bei Vattenfall. „Wir nutzen dieselben Kabel wie das Kraftwerk Magnum, ohne die Versorgungssicherheit während der Installation zu gefährden. Die Nutzung vorhandener Ausstattung sorgt für Synergien, die die Wirtschaftlichkeit begünstigen.“
Vattenfall hat erst kürzlich die Photovoltaik für sich entdeckt. Zuvor standen vor allem Wasser- und Windkraft im Fokus. 2016 nahm der Energiekonzern seinen ersten Solarpark in Wales in Betrieb. Auch hier erfolgte eine intelligente Doppelnutzung der Fläche. So entstand die Photovoltaik-Anlage am Standort eines bereits existierenden Windparks. 2019 und 2020 will Vattenfall nach eigenen Plänen rund 100 Millionen Euro in den Aufbau von Photovoltaik und Batterien im großen Maßstab investieren. Viele der geplanten Projekte befänden sich in den Niederlanden, aber auch in Deutschland würden aktuell Photovoltaik-Projekte am Standort anderer Kraftwerke, etwa Pumpspeicherkraftwerken, geplant.
Auch Pfalzsolar verweist auf Besonderheiten seines Projektes, das auf einem 25 Hektar großem Industriegebiet entstehen soll. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit der vom Meer abgerungenen Fläche ist für die Unterkonstruktion eine hohe Rammtiefe erforderlich, wie es hieß. Zudem müsse Pfalzsolar im Anlagendesign die permanente Entwässerung des Bodens mittels Drainagen berücksichtigen, da die Fläche vier Meter unter Normalnull liegt. Für eine optimale Flächennutzung sei geplant, Ost-West-Gestelle zu nutzen. Pfalzsolar hat zuvor bereits drei Solarparks für die HVC-Gruppe mit insgesamt neun Megawatt Leistung errichtet.
Quelle: PV-Magazin
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