pv magazine highlight top innovation: Effizient mit Freischaltcode

8. März 2019 - 6 minutes read

Batteriespeicher entwickeln sich ständig weiter. Das gilt auch für das Gerät von Kostal, das im HTW-Speichereffizienzvergleich vorne liegt und mit einem interessanten Geschäftsmodell vermarktet wird. Das Produkt zeichnete unsere Jury als pv magazine highlight top innovation in unserer Märzausgabe aus.Die Verkündung der Ergebnisse des Speichereffizienzvergleichs der HTW Berlin muss für Produktmanager Thomas Garber eine Bestätigung seiner Arbeit der letzten Jahre gewesen sein. Das jüngste Wechselrichterprodukt von Kostal, der Plenticore plus 5.5, liegt vorne, in Kombination mit der BYD Battery Box H 11.5. Und das, obwohl das Gerät dreiphasig und DC-gekoppelt ist. Beide Eigenschaften stellen die Entwickler bezüglich der Systemeffizienz vor Herausforderungen.
Nicht nur die Technik, auch das Geschäftsmodell ist innovativ. Wer den Plenticore plus zunächst nur als Solarwechselrichter einsetzen will, zahlt nicht den vollen Preis. Will man die Batterie nachrüsten, kann man per Webseiten-Klick für 460 Euro einen Freischaltcode erwerben. Diese Flexibilität kann helfen, noch zögerliche Eigenheimbesitzer an Batteriespeicher heranzuführen. Sie können ihn zunächst als Solarwechselrichter installieren und dann mit Batterien nachrüsten. Die pv magazine Jury würdigt, dass das Produkt verbessert wurde und bei den beiden genannten Details besonders innovativ ist. Daher verleiht sie für das Produkt das Prädikat „top innovation“.
Kostal – Neue Generation Batteriewechselrichter
Batteriespeicher sind ein wichtiges Element der Energiewende. Die Jury freut sich, dass sich zwei Hersteller mit einer innovativen Weiterentwicklung beworben haben. Kostal hat aus den Erfahrungen mit dem Vorgängermodell gelernt und erreicht, dass der Batteriespeicher Plenticore plus 5.5 die höchste Systemeffizienz von allen bisher getesteten Geräten hat. Ebenso innovativ ist das Geschäftsmodell. Wer nicht an einem Batteriespeicher interessiert ist, kann das Gerät trotzdem als Solarwechselrichter nutzen. Erst wenn man sich für einen Speicher entscheidet, kauft man den Freischaltcode. Das erlaubt, skeptische Kunden an Speicher heranzuführen.
Den zweiten Wechselrichter-Sieger veröffentlichen wir in Kürze. Beide Weiterentwicklungen haben die Jury überzeugt. Sie bekommen daher das Prädikat „pv magazine top innovation“ verliehen.
Die Juroren
Volker Quaschning ist Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Hans Urban, Experte für Photovoltaik, Speichertechnik und E-Mobilität, berät Schletter, Maxsolar und Smart Power. Winfried Wahl leitet das Produktmanagement bei Longi Solar in Deutschland.
Mehr Infos, bisherige Preisträger und alles zur Bewerbung unter: www.pv-magazine.de/award
Einsendeschluss für die nächste Runde: 7. April 2019
Das Vorgängermodell Piko BA stammt als eines der ersten DC-Systeme aus dem Jahr 2013. „Damals ging es hauptsächlich um Sicherheit, darum, den Sicherheitsleitfaden zu erfüllen und um Qualität“, sagt Garber im pv magazine Webinar im Dezember 2018. Im Speichervergleich schnitt der Piko BA deutlich schlechter ab und landete im Mittelfeld. Effizienz war damals noch nicht oberste Priorität.
Das hat sich geändert, schließlich gibt es auch den Effizienzleitfaden des BVES. Als die Arbeiten am Plenticore plus begannen, haben sich die Entwickler bewusst für ein Dreiphasensystem ohne Nullleiter entschieden, erzählt Garber. Das hat den Vorteil, dass es keine Verluste durch Nullleiterströme gibt. Der Nachteil ist, dass es keine unsymmetrische Versorgung auf den drei Phasen und damit keinen Notstrombetrieb erlaubt. „Außerdem haben wir die Zwischenkreisspannung heruntergesetzt, um näher an der Netz- und näher an der Batteriespannung zu liegen“, sagt Garber. Niedrigere Spannungsdifferenzen verringern die Wandlungsverluste. Sie sind auch deshalb geringer, weil das Gerät mit echten Hochvoltbatterien arbeitet. Auch habe Kostal die Regelabweichung verbessert.
Es scheint den Ingenieuren gelungen zu sein, die inhärenten Nachteile der dreiphasigen DC-gekoppelten Systeme auszugleichen. Diese liegen darin, dass der Wechselrichter auf die hohe Solarleistung und nicht auf die Schwachlast optimiert ist, bei der die Batterien die meiste Zeit über entladen werden. Der Vorteil bleibt dagegen: Solarstrom, der die Batterie lädt, durchläuft weniger Wandlungsstufen; daher gibt es weniger Verluste, das wirkt sich positiv im Effizienzvergleich aus. Erfreulich für die Investitionskosten kann je nach Preisgestaltung der Hersteller sein, dass im Vergleich zu AC-gekoppelten Geräten der separate Batteriewechselrichter entfällt.
Die Zahlen aus dem HTW-Speichervergleich zeigen den Wert der Entwicklungsarbeit: Der Plenticore plus erreichte mit einem System-Performance-Index von 91,4 Prozent den ersten Platz. Das folgende System liegt 0,7 Prozentpunkte darunter. Das Vorgängergerät hatte nur einen Index von 85,5 Prozent.
Die Funktionalität eines Wechselrichters ergibt sich allerdings aus vielen Eigenschaften, nicht nur aus einem guten Abschneiden bei dem Vergleichsindex. Das Gerät ist auf 5,5 Kilowatt AC-Ausgangsleistung dimensioniert. Die maximale Solarleistung liegt bei 8,25 Kilowatt. Wenn die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, können Batteriespeicher und Photovoltaik-Anlage zusammen die Stromversorgung übernehmen. Umgekehrt kann nur ein Teil der Solarleistung zum Laden genutzt werden, wenn Verbraucher versorgt werden müssen. Die maximale Entladeleistung hängt von der Größe der Batterie ab.
Auch was die Schnittstellen angeht, ist Kostal aktiv. Bereits jetzt lässt sich das Gerät über EEBus auslesen. In Zukunft soll es auch möglich sein, das Gerät darüber zu steuern.

Wenn Sie mehr zu dem Effizienzindex und den Ergebnissen erfahren wollen: www.pv-magazine.de/speichervergleich/
Quelle: PV-Magazin
Link: pv magazine highlight top innovation: Effizient mit Freischaltcode

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