Longi Solar weist Vorwürfe von Hanwha Q-Cells zurück und gibt Einzelheiten zur Patentfrage

7. März 2019 - 3 minutes read

Der chinesische Photovoltaik-Hersteller von monokristallinen Solarmodulen erklärt, nicht über die Klage des koreanischen Konkurrenten informiert worden zu sein. Longi behauptet, dass es erhebliche Unsicherheit über die Gültigkeit der Patente gebe, die Anlass der Klagen sind. Diese beziehen sich auf die ALD-Technologie, doch Longi Solar nutzt nach eigenen Angaben die PECVD-Technologie für die Zellproduktion.Innerhalb weniger Stunden nach der Reaktion des chinesischen Modulherstellers Jinko Solar auf Patentverletzungsklagen des koreanischen Konkurrenten Hanwha Q Cells folgte das Statement des Herstellers Longi Solar.
Hanwha Q-Cells erklärte am Dienstag, dass es Klagen bei der U.S. International Trade Commission (US ITC) und dem U.S. District Court in Delaware eingereicht habe, weil Longi Solar, Jinko Solar und der norwegische Modulhersteller REC gegen sein US-Patent Nr. 9.893.215 verstoßen hätten, indem sie Hanwha Q-Cells Passivierungstechnologie zur Steigerung der Effizienz und Leistung ihrer Solarzellen einsetzten. Parallel dazu hatte der koreanische Modulhersteller auch Klagen gegen Jinko Solar und REC beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Longi Solar ist hierzulande nicht von den Vorwürfen betroffen.
In seiner Erklärung sagte Longi Solar, dass es weder eine offizielle Mitteilung über die Klagen noch eine Korrespondenz über Geschäftsverhandlungen von Hanwha Q-Cells erhalten habe. Longi Solar, mit dem sich pv magazine zu dem Thema bereits am Dienstag in Verbindung setzte, erklärte, es habe eine vorläufige Analyse der Klage durchgeführt und lieferte weitere Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Patentstreit.
Patentklage
„Die von Hanwha Q-Cells in der Beschwerde verwendete Patentfamilie wird durch mehrfache Transfers und Transaktionen von anderen Forschungseinrichtungen erworben, die als Miteigentümer an den Patenten fungieren“, hieß es bei Longi Solar. „Gegenwärtig sind zumindest in Europa mehrere Einspruchsverfahren gegen die Patente eingeleitet worden, und es besteht eine erhebliche Unsicherheit über die Gültigkeit der Patentrechte.“
Longi Solar behauptet, dass die Passivierungstechnologie, die es für die Zellproduktion einsetzt, nicht die gleiche sei, wie die, die von Hanwha Q-Cells als Klagegrund angegeben wurde. „Aus technischer Sicht ist die aktuelle Technologie, die in den Produkten von Longi Solar verwendet wird, nicht die gleiche wie die Technologie, die in den umstrittenen Patenten enthalten ist: Die umstrittenen Patente beziehen sich auf die ALD (Atomic Layer Deposition)-Technologie, während Longi Solar die PECVD (Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition)-Technologie verwendet“, erklärte das Unternehmen.
Der chinesische Photovoltaik-Hersteller erklärte weiter, er werde „aktiv“ auf Hanwha Q-Cells Beschwerden reagieren, von denen er glaubt, dass sie keine Auswirkungen auf seinen Betrieb haben werden. Das in Xi’an ansässige Unternehmen fügte hinzu, dass es mehr als 1.000 Patente und Patentanmeldungen besitze.
pv magazine hat sich auch mit REC wegen der Vorwürfe in Verbindung gesetzt, bislang aber noch keine Antwort erhalten.
Quelle: PV-Magazin
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