Photovoltaik-Zubau in Deutschland erreicht nach Jahresendrallye knapp drei Gigawatt 2018

31. Januar 2019 - 5 minutes read

Damit ist die Nachfrage ist damit um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Zum 1. Februar beginnen nun allerdings die Sonderkürzungen für Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 40 und 750 Kilowatt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das auf den Markt hierzulande auswirkt. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert angesichts des Atom- und Kohleausstiegs ein deutlich höheres jährliches Photovoltaik-Zubauziel.Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag die Zubauzahlen für die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland im vergangenen Jahr veröffentlicht: Nach einer neu gemeldeten Photovoltaik-Leistung von 376,571 Megawatt im Dezember erreichte der Zubau im vergangenen Jahr etwa 2960 Megawatt. Dies ist eine Steigerung von 68 Prozent gegenüber 2017, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) erklärte. Alle Marktsegmente hätten im vergangenen Jahr kräftig zulegen können. Mit den knapp drei Gigawatt hat Deutschland erstmals seit 2013 wieder der politische Zubaukorridor von 2500 Megawatt jährlich neu installierter Photovoltaik-Leistung übertroffen.
In dem Meldezahlen vom Dezember sind 156,329 Megawatt für 55 Photovoltaik-Freiflächenanlagen enthalten, die im Dezember 2018 in Betrieb gegangen sind. Dabei sind viele Anlagen größer 750 Kilowatt realisiert worden, die über einen Zuschlag aus den bisherigen Ausschreibungen verfügten. Knapp 15,1 Megawatt der 156,3 Megawatt entfallen auf Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt.
Bei den Photovoltaik-Dachanlagen, die bisher gesondert erfasst wurden, sind im Dezember 5062 Anlagen mit insgesamt 220,242 Megawatt neu bei der Bundesnetzagentur gemeldet worden, wie die Bonner Behörde veröffentlichte. Insgesamt 40 Photovoltaik-Mieterstromprojekte mit 512,16 Kilowatt Gesamtleistung sind zudem im Dezember für den Zuschlag registriert worden. Nur zwei Anlagen gingen aber auch tatsächlich in Betrieb, die restlichen sind teilweise schon seit Jahresbeginn 2018 am Netz. Für das komplette Jahr verzeichnete die Bundesnetzagentur damit für den Photovoltaik-Mieterstromzuschlag insgesamt 305 Anlagen mit 6,837 Megawatt Leistung. Der jährliche Deckel von 500 Megawatt für diese Projekte ist somit in weiter Ferne.
Die Gesamtleistung der in Deutschland geförderten Photovoltaik-Anlagen stieg bis zum Jahresende 2018 auf 45,929 Megawatt. Damit fehlen nur noch sechs Gigawatt bis der 52-Gigawatt-Deckel bei der Solarförderung erreicht ist. Dann soll nach der derzeitigen Gesetzeslage die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen auslaufen.
Zum 1. Februar treten auch die im vergangenen November im Energiesammelgesetz beschlossenen Sonderkürzungen für Photovoltaik-Anlagen in Kraft. Ab dem 1. Februar 2019 beträgt der anzulegende Wert in der Direktvermarktung in dieser Anlagenkategorie 9,87 Cent pro Kilowattstunde. Analog dazu werden die Einspeisevergütungen für Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 40 und 100 Kilowatt auf 9,47 Cent pro Kilowattstunde sinken. Im Energiesammelgesetz sind zudem die weiteren Sonderkürzungen für März und April enthalten. Dann sinkt der anzulegende Wert auf 9,39 und 8,90 Cent pro Kilowattstunde.
Für die kleineren und sonstigen Anlagen hatte die Bundesnetzagentur am Donnerstagvormittag noch keine Angaben für die künftige Höhe der Vergütung veröffentlicht. Sie werde im Laufe des Tages veröffentlicht, erklärte ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Nachfrage von pv magazine.
Der BSW-Solar ist zuversichtlich, dass die Nachfrage auch künftig weiter anziehen wird. Das Anziehen des Marktes im vergangenen Jahr sei maßgeblich auf die gesunkenen Photovoltaik-Systempreise zurückzuführen. Für die Zukunft stimmten die ebenfalls im Energiesammelgesetz verabschiedeten Sonderausschreibungen hoffnungsvoll sowie das erklärte Ziel im Koalitionsvertrag, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen. In diesem Jahr wird es zusätzliche Photovoltaik-Ausschreibungen mit einem Volumen von einem Gigawatt geben. Bis 2021 sind Sonderausschreibungen mit insgesamt vier Gigawatt für große Photovoltaik-Anlagen geplant.
Der BSW-Solar erklärte zugleich, dass vor dem Hintergrund des Kohle- und Atomausstiegs in Deutschland die Zubauziele für Photovoltaik deutlich angehoben werden und Markthemmnisse ausgeräumt werden müssten. „Die jährlichen Solarenergie-Ausbauziele sind veraltet. Sie müssen kurzfristig mindestens verdreifacht,  bestehende Marktbarrieren für die solare Direktversorgung zügig beseitigt werden“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Photovoltaik, Solarthermie und Speicher stünden bereit, um einen deutlich größeren Beitrag zur Energieversorgung im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor zu leisten.
Neu am Start ist seit dem 31. Januar auch das Marktstammdatenregister. Hier werden künftig alle Photovoltaik-Anlagen und Stromspeicher mit verzeichnet sein. Dies bedeutet auch, dass alle bereits gemeldeten etwa 1,7 Millionen Photovoltaik-Anlagen In Deutschland nochmal neu registriert werden müssen. Alles dazu finden Sie in diesem Artikel.
Quelle: PV-Magazin
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