Solar-Cluster Baden-Württemberg: Private Photovoltaik-Dachanlagen bieten Renditen von sechs bis acht Prozent

22. Januar 2019 - 6 minutes read

Die Preiserhöhungen der Stromversorger zum Jahresbeginn machen den solaren Eigenverbrauch für Privathaushalte noch lukrativer. Der Branchenverband erwartet, dass die Systempreise für kleine Photovoltaik-Anlagen in nächster Zeit nicht weiter sinken werden.Wer sich in diesem Jahr eine Photovoltaik-Anlage auf sein Hausdach schraubt, kann damit Renditen von sechs bis acht Prozent erzielen. Das hat das Solar Cluster Baden-Württemberg ausgerechnet. Die Photovoltaik sei damit noch lukrativer als im Jahr zuvor. So sind die Anlagen in den vergangenen zwölf Monaten um rund fünf Prozent günstiger geworden. Zwar ist die Einspeisevergütung analog dazu gefallen. Das wird jedoch durch einen höheren Gewinn beim Eigenverbrauch mehr als wett gemacht: Mindestens die Hälfte der Stromversorger haben zu Jahresbeginn ihre Preise um durchschnittlich 1,1 Cent pro Kilowattstunde erhöht – das steigert den Wert des selbst verbrauchten Stroms. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für die Investition in eine Photovoltaik-Anlage, da weitere Preissenkungen derzeit nicht in Sicht sind und die Einspeisevergütung weiter sinken wird“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer der Branchenvereinigung.
Das Solar Cluster Baden-Württemberg weist darauf hin, dass die Preise im Großhandel für Solarmodule nach den Zahlen der Online-Handelsplattform pvXchange im Jahr 2018 je nach Technologie um 21 bis 27 Prozent gefallen sind.*  Da auf die Module ungefähr ein Drittel der Gesamtkosten entfällt, hat sich der durchschnittliche Komplettpreis für Hausdachanlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung in den vergangenen zwölf Monaten um rund fünf Prozent reduziert.
Laut der Branchenvereinigung kommen Haushalte auf eine Rendite von zwei bis vier Prozent pro Jahr, wenn sie den gesamten erzeugten Strom aus einer neuen Anlage ins Netz einspeisen. Denn bei derzeit rund neun bis elf Cent Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde für Anlagen zwischen zwei und zehn Kilowatt installierter Leistung lasse sich bereits mit der vollständigen Einspeisung in das Netz ein Gewinn von rund ein bis drei Cent pro Kilowattstunde erzielen. Mit Eigenverbrauch erhöht sich die Rendite auf etwa sechs bis acht Prozent.
Von der Idee, die Anlage bewusst klein zu dimensionieren, um den Eigenverbrauch und so die Rendite zu steigern, hält Franz Pöter nichts. „Mit kleineren Anlagen steigt zwar die Eigenverbrauchsquote am erzeugten Strom. Durch den höheren Systempreis pro installiertes Kilowatt Leistung ist die Rendite jedoch ungefähr gleich hoch wie bei größeren Anlagen. Die Gesamtrendite mit Eigenverbrauch ist im Hausdachsegment weitgehend unabhängig von der installierten Leistung.“ Große Anlagen sind pro Kilowatt installierter Leistung günstiger, da viele Kostenanteile für die Installation und den späteren Betrieb unabhängig von der Anlagengröße anfallen. So kosten schlüsselfertige Aufdachanlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung im Durchschnitt nur noch etwa 1280 Euro pro Kilowatt. Kleine Zwei-Kilowatt-Anlagen sind teurer und liegen bei rund 1550 Euro. Zu den Kosten von Anlage und Installation könnten gegebenenfalls noch Nebenleistungen wie etwa ein größerer Zählerkasten oder Blitzschutzvorrichtungen kommen, die in den Photovoltaikanlagen-Preisen nicht enthalten sind.
Größere Anlagen haben dem Solar Cluster Baden-Württemberg darüber hinaus drei weitere Vorteile gegenüber kleineren: Mit mehr Fläche steige erstens der absolute Gewinn. Wer ein geeignetes Dach hat, für den lohne sich daher eine größere Anlage. Das erhöhe den jährlichen Überschuss um mehrere hundert Euro. Als zweiten Vorteil nennt der Verband mehr Unabhängigkeit: Je größer die Anlage werde, desto höher sei der Anteil am gesamten Stromverbrauch, der durch den eigenen Solarstrom gedeckt wird und daher nicht vom Stromlieferanten eingekauft werden muss. Bei einer kleinen Anlage von zwei Kilowatt installierter Leistung könnten Anlageneigentümer zwar bis zu fünfzig Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen. Das entspreche jedoch nur einem kleinen Anteil am Haushaltstromverbrauch – nämlich rund zwanzig Prozent. Je größer die Solaranlage werde, desto weniger Strom müsse aus dem Netz bezogen werden. Daher seien große Photovoltaik-Anlagen eine bessere finanzielle Absicherung gegen steigende Strompreise. Als dritten Vorteil nennt die Vereinigung den stärkeren Beitrag zum Klimaschutz.
Von der Regelung, dass Hauseigentümer vierzig Prozent der EEG-Umlage auf den selbst verbrauchten Strom für den Leistungsanteil ab zehn Kilowatt installierter Leistung zahlen müssen, sollten sich Eigentümer nicht verunsichern lassen, rät Pöter. Bei den Anlagenkosten in dieser Größe bedeute jede Kilowattstunde selbst verbrauchter Strom immer noch rund fünfzehn Cent Ersparnis. Dem stehen derzeit 2,6 Cent EEG-Umlage entgegen. Größer dimensionieren und nicht kleiner, sollte daher die Regel sein, meint Pöter. „Ich empfehle: Nutzen Sie das Dach so gut wie möglich!“
*Die aktuellen Zahlen und Marktkommentare von pvXchange finden Sie jeden Monat auch auf pv magazine. Just heute ist der neueste Beitrag online gegangen: „Der Schnee fällt ununterbrochen – die Modulpreise nicht„
Quelle: PV-Magazin
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