Audiopodcast: Warum überzeugen Wärmepumpen und Sektorenkopplung noch zu wenige?

18. Januar 2019 - 5 minutes read

Sektorenkopplung ist ein Selbstläufer im Dornröschenschlaf. Zu dieser Schlussfolgerung kommt pv magazine Redakteurin Cornelia Lichner im aktuellen pv magazine Podcast. Dort hören Sie unter anderem ihre Interviews mit Marek Miara, der am Fraunhofer ISE Langzeitstudien zur Qualität und Effizienz von Wärmepumpen betreut, und mit Fronius-Experten Klaus Kramler und Volker Haider. Was die Wärmepumpen angeht, stimmen die Ergebnisse des ISE auch für deren Verwendung im Bestand positiv.
 
Der Wandel zu mehr Sektorenkopplung vollzieht sich sehr langsam. Zu langsam, wenn man die Klimaziele ernst nimmt. So entfielen in Jahr 2018 von vier Millionen Neuzulassungen ein Prozent auf Elektroautos und 0,9 Prozent auf Plug-in-Hybride, die man prinzipiell im Haushalt nachladen könnte. Wärmepumpen halten seit etwa 10 Jahren am Gesamtabsatz von Heizsystemen ungefähr 10 Prozent. Mehr als 80 Prozent der neu installierten Anlagen sind immer noch konventionelle Gas- und Ölheizungen, die die nächsten zwanzig Jahre laufen werden.
Auf der Suche nach den Gründen diskutiert pv magazine Redakteurin Cornelia Lichner im Podcast mit Marek Miara, Experte am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und Autor von diversen Langzeitstudien zur Effizienz und Qualität von Wärmepumpeninstallationen insbesondere die Ergebnisse beim Einsatz in Altbauten. Klaus Kramler, Marketingleiter bei Fronius, dem Initiativpartner des Podcasts, und Volker Haider, der für Training und Produktmarketing verantwortlich ist, erläutern an einem Beispiel aus der Praxis, warum sie die Elektrifizierung der Haushalte für ein Gewinnermodell halten und wie man mehr potenzielle Kunden überzeugen kann.
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Wärmepumpen im Bestand
Eines der Themen des Podcasts ist die Anwendung der Wärmepumpen im Bestand. Ein Anhaltspunkt für die Effizienz der Wärmepumpe in einem bestimmten Gebäude ist die Jahresarbeitszahl, abgekürzt JAZ. Diese JAZ-Werte sind in den letzten 10 Jahren spürbar gestiegen. Die Langzeitstudien von Marek Miara zeigen, dass vor zehn Jahren die Jahresarbeitszahl von Luft-Wasser-Wärmepumpen im Neubau durchschnittlich bei 2,9 lag. Heute schaffen auch Bestandsgebäude, von denen viele unsaniert und einige über 100 Jahr alt sind, im Schnitt Werte von 3. Sie holen also auf. Bestandsgebäude mit Solewärmepumpen schaffen heute sogar durchschnittlich schon 3,7. Besonders gute Fälle in der Langzeitstudie sogar 4,6. Ökologisch sinnvoll seien Wärmepumpen ab einer Jahresarbeitszahl von 1,8, sagt der Experte. Insofern ist es lohnend, einen Blick auf die Entwicklung des Wärmepumpenmarktes zu werfen.
Mindestens einheitliche Kommunikationsstandards
Ein Grund dafür, dass sich dieser langsamer entwickelt als von einigen erwünscht, ist die Komplexität der Anwendung. Klaus Kramler und Volker Haider erläutern im Podcast, dass sich diese zum Beispiel reduzieren lässt, indem Hersteller einfach zu installierende Komplettsysteme anbieten. Diese Erfahrung habe Fronius mit einem Heizstab zur einfachen Nutzung von Überschussstrom gemacht. Grundsätzlich gelte für die volle Sektorkopplung mit Elektroauto und Wärmepumpe aber, dass die Industrie gemeinsame Kommunikationsstandards dringend benötige. Außerdem appellieren sie an Kunden und Installateure, nicht die Amortisation der Investitionskosten in den Vordergrund zu rücken, da sich Elektroautos oder Wärmepumpen aufgrund der Zusammensetzung des Strompreises und der hohen Anschaffungskosten nur schwer rechen, sondern die Reduktion der laufenden Energiekosten. Im Beispiel, das sie im Podcast erläutern, werden das in zehn Jahren bis zu 30.000 Euro sein. Das müsse man potenziellen Kunden noch mehr bewusst machen, damit sie es in ihre Überlegungen einbeziehen. Eventuell reiche das schon, sie zu überzeugen. „Es ist auch emotionales Thema, viele Menschen wollen was tun“, sagt Klaus Kramler.
Quelle: PV-Magazin
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